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Beratung - Gelenke

Systemischer Lupus erythematodes (SLE)

Der systemische Lupus erythematodes (SLE) ist eine klassische Autoimmun-Krankheit, bei der Zellen des Immunsystems sich gegen eigene bindegewebige Strukturen im gesamten Organismus richten und diese zerstören.

Die Ursache dieser fehlgeleiteten Immunantwort bleibt dabei weitestgehend unklar. Genetische, infektiöse und hormonelle Faktoren werden diskutiert. Letzteres beruht unter der anderem auf der Tatsache, dass der SLE vor allem bei jungen Frauen im gebärfähigen Alter beobachtet wird.

Immer muss ein durch Medikamente ausgelöster SLE ausgeschlossen werden, indem die von den Patienten eingenommenen Medikamente kritisch beurteilt werden.


Welche Symptome findet man beim SLE?

Beim SLE kommt es zu einer Reihe von Schädigungen, die teils auf Abwehrzellen, teils auf bestimmte Antikörper zurückgehen, die auch zu diagnostischen Zwecken herangezogen werden. Primärer Angriffsort sind dabei bindegewebige Strukturen in einer ganzen Reihe von Organsystemen.
Zu Beginn der Erkrankung sind die Symptome jedoch unspezifisch. Meist klagen die Patienten über Fieber, das sie sich nicht erklären können, d. h. es liegen keine Erkältungssymptome (Husten, Schnupfen) vor.

  • Haut

    Typisch, wenn auch nicht immer vorhanden, ist das so genannte Schmetterlings-Erythem. Dabei kommt es zu einer schmerzhaften, lichtempfindlichen Rötung der Haut im Bereich der Wangen, des Nasenrückens und der Stirn, wobei die Mundregion ausgespart bleibt, was an die Umrisse eines Schmetterlings erinnert.

  • Gelenke

    Es kommt zu einer nicht-eitrigen Entzündung mehrerer Gelenke (Polyarthritis), was oft zur Fehldiagnose rheumatoide Arthritis führt. Da diese zunächst fehlerhafte Diagnose zu einer weiterführenden Abklärung zwingt, kommt man trotzdem auch auf diesem Weg zur korrekten Diagnose.

  • Niere

    Eine Entzündung der Niere ist häufig und macht durch Bluthochdruck und gelegentlich Gewebewasser (Ödeme) vor allem im Bereich der Füße auf sich aufmerksam.

  • Lunge

    Eine Entzündung der Lunge findet man selten. Häufiger ist eine Entzündung des Rippen- und Lungenfells (Pleura), was zu einer Bildung von Flüssigkeit im Raum zwischen Rippen- und Lungenfells führt (Pleura-Erguss). Ein massiver Pleura-Erguss kann eine starke Beeinträchtigung beim Atmen nach sich ziehen.

  • Herz

    Am Herz findet man in 60 Prozent der Fälle entzündliche Veränderungen, wobei eine Beteiligung des Herzbeutels und der Herzmuskelzellen meist vorhanden ist. Dies kann schwere Herzrhythmusstörungen und andere Funktionsstörungen des Herzens zur Folge haben.

  • Gehirn

    Von der Migräne bis hin zu einer handfesten Depression können eine ganze Reihe von neurologischen Symptomen bei SLE-Patienten auftreten.


Wie wird ein SLE diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt ähnlich der rheumatoiden Arthritis anhand eines Kriterienkatalogs. Neben den genannten Symptomen finden darin immunologische Phänomene in Form bestimmter Antikörper Berücksichtigung, die für den SLE typisch sind.


Was kann ich gegen SLE tun?

Es existiert keine ursächliche Therapie. Es geht darum, die Symptome zu lindern, was vor allem durch eine Unterdrückung des Immunsystems (Immunsuppression) erreicht wird. Da die Krankheit ein sehr "buntes" klinisches Bild abgibt, muss die Therapie individuell gestaltet werden.
Manche Patienten haben nur wenige, leichte Symptome und sind in ihrer Lebensqualität nur geringfügig eingeschränkt. Ihnen schadet man mit einer aggressiven Immunsuppression mehr, als dass man ihnen nutzt, da sie therapiebedingt anfälliger für Infekte werden.
Vor allem bei Herz-, Nieren- und Nervenbeteiligung ist aber ein aggressives Vorgehen gerechtfertigt. In der Regel kommen dann zunächst kortisonartige Präparate zum Einsatz. Diese werden bei unzureichendem Erfolg mit den Chemotherapeutika Azathioprin und Cyclophosphamid ergänzt.

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